Das aktuelle Programm

 

Nichts bestimmt das Leben in der Eifel so sehr wie der heftige, ekelhafte, fiese Wind. „Ne baschtisch wracke Wönk“. Der Wind ist so grausam – da musst du dir schon einen „Wrack“ mehr anziehen. Oder auch zwei. Und wenn du das nicht tust, zerbirst es dich. Und „zerbersten“ heißt im Eifeler Platt „baschte“: „Ne baschtisch wracke Wönk“ also. Und als natürlichen Windschutz haben die Eingeborenen dann im Laufe der Jahrtausende bekanntlich hohe Buchenhecken angebaut, beschnitten und liebevoll gepflegt, bis sie schließlich das wurden, was sie heute sind: Das achte Weltwunder.

 

Und Jupp Hammerschmidt als geborener Höfener weiß natürlich ganz genau, wie die Welt sich immer schon darbot – von hinter der Hecke gesehen.

Er erzählt in diesem Programm unter anderem davon, welch zentrale Rolle Brei früher im Eifeler Ernährungsplan spielte – mit und ohne Rosinen, aber immer mit Haut und Knubbelen, und immer mit einem Schuss Himbeersaft, neben Maggi die zweite kulinarische Säule in der Eifel der Nachkriegszeit. Das seinerzeit so überaus beliebte „Posiealbum“ erlebt seine Wiederauferstehung, Hammerschmidt würdigt die Kunst des Seilchenspringens, das die Eifeler Mädchen in Perfektion beherrschten, inklusive der dabei sehr konzentriert vorgetragenen Hüpf-Verse – die wahren Wurzeln des „Rap“.

 

Der doppelte Überschlag in der Schiffschaukel kommt ebenfalls zur Sprache, auf jeder Kirmes eine herausragende Möglichkeit für einen männlichen Heranwachsenden, den Mädels zu imponieren, vor allem, wenn er beim Überschlag den Halt verlor und in einer 20 Meter entfernten Baumkrone landete – oder auf dem Misthaufen nebenan.

Der „baschtisch wracke Wönk“ dominierte das Leben in der Eifel in allen Belangen – bis hin zur sparsamen Verwendung der Sprache – man wollte den ekelhaft fiesen Wind nicht auch noch in den Atemwegen haben. Die immer wieder zu hörenden hämischen Kommentare über die Folgen der „innerfamiliären Fortpflanzung“ auf engstem Raum hinter den Hecken weist Hammerschmidt klipp und klar zurück – Forschungen haben längst eindeutig nachgewiesen: Die Eifeler waren vom IQ her immer schon in der Lage, einfache Sortierarbeiten zu verrichten, da gibt es keinen Zweifel.

Allerhand „Versenktexte“ fehlen ebenso wenig wie das Poem über den berühmten „Brunnen auf der Triftstraß“, das Franz Schubert so einfühlsam vertonte. Und wozu es gut war, sich vor der Wallfahrt nach Heimbach die Hosentaschen voll Kaffeebohnen zu stopfen – diese seit Jahrzehnten immer wieder gestellte Frage wird ebenfalls endlich beantwortet.

Ob „Zömmermanns Jupp“ erneut zu Wort kommt? Abwarten …

Das neue Programm - ab September 2018

 

 

Das Klümpchensglas

 

Verzicht und Genuss in der Eifel

 

Das Klümpchensglas war früher in der Fastenzeit ein Muss für jedes Eifeler Kind. Ab Aschermittwoch füllte sich das Glas peu à peu hauptsächlich mit diesen roten Himbeerklümpchen, die es zum Beispiel beim Bäcker gab. Am Karsamstagmittag durfte man sich über den Inhalt hermachen, Ostersonntag war das Gefäß ratzeputz leer, der Magen zum Platzen voll.

 

Nicht das einzige Thema, über das Jupp Hammerschmidt in seinem neuen Programm zu berichten weiß. Die Vorliebe des Eifelers für den Alkohol hat Giuseppe Verdi, der bekanntlich als „Verdis Jupp“ seinerzeit in der Nähe von „Kaiser Karls Bettstatt“ in Mützenich ein Ferienhäuschen besaß, in seinem berühmten „Trinklied“ besungen: „Der Eifler trinkt gern, und der Eifler trinkt viel“, das in Verdis Eifel-Oper „Schlaraffiata“  Eingang gefunden hat.

 

Hammerschmidt trägt sein Gedicht über die Entstehung des Brots vor, genauso wie einige seiner beliebten, tiefgründigen „Versenktexte“. Die unter den Kindern äußerst beliebte Fasteloovend-Tradition des Luftschlangenspannens quer über die Dorfstraße lässt Hammerschmidt in den Phantasien des Publikums wieder aufleben. Und in der „guten alten Zeit“, als das Leben in der Eifel sogar noch in ordnunger war als heute, bevölkerten im Sommer ja auch noch jede Menge Schwalben die Speicher der Häuser. Eine herrliche Zeit!

Eine Epoche, nach der sich heute viele zurücksehnen. Leider vergeblich.

 

Dass der Eifeler einen ganz speziellen Humor sein eigen nennt, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Für alle Fälle hält Jupp Hammerschmidt einige anschauliche Beispiele parat.

Und wenn die Eifeler Bauersfrau der Nachbarin auf dem Bürgersteig von ihren Krankheiten und deren Behandlungen erzählte, hatte das einen sehr speziellen Charme.

 

Theodor Fontanes ergreifende Ballade über „Herrn von Zwieback zu Zwieback emm Eifellank“ trägt Jupp in der ebenso authentischen wie mitreißenden Erstfassung in Eifeler Platt vor. Und sogar Pater Leppich, Jesuiten-Pater und Pop-Star in Personal-Union, das „Maschinengewehr Gottes“, lässt er für ein paar packende Momente auferstehen.

 

Dies alles und noch vieles mehr – in Jupps neuem Programm: „Das Klümpchensglas“.


 

 

Die Eintrittspreise betragen üblicherweise 12 Euro im Vorverkauf, 14 Euro an der Abendkasse